Weiße Fahnen oder Neudeutsch „Littering“ am Biberkopf

Ob es sich um die leeren Verpackungen eines bekannten Fastfood Riesen am Strassenrand, das gefüllte Gassi-Sackerl am Rundwanderweg oder um „verlorene“ Taschentücher, Verpackungen von Müsliriegel & Co in den Bergen handelt, diese meist achtlos weggeworfenen Dinge ärgern mich immer wieder unsagbar.

Bestes Beispiel ist die Tour auf den Biberkopf bei Lechleiten. Klar ist es eine „Modetour“ aber muss es wirklich sein, dass dieser schöne Berg beinahe durchgängig mit weißen Fahnen geschmückt wird?

Wir nehmen oft Müll von anderen mit. Sei es zum nächsten Müllkübel oder meist bis nach Hause. Aber 47 gebrauchte Taschentücher sind (verdammt nochmal!!) wirklich zuviel.

Da werde ich echt emotional – ich bin um es einmal höflich auszudrücken stinksauer!

 

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Die Ausbeute einer einzigen Bergtour! Ohne dabei hinter neuralgische Stellen wie Steine oder Hütten geschaut zu haben. Vermutlich hätte dies die Kapazität meines Müllbeutels gesprengt.

 

Eigentlich sollte es gerade beim Wandern selbstverständlich sein, dass man seinen mitgebrachten Müll auch wieder mit nach Hause nimmt. Klar verrottet so Zeugs wie Bananenschalen, Taschentücher oder Zigarettenfilter vielleicht irgendwann einmal. Aber das dauert lange! Zudem werden oft giftige Stoffe wie Chemikalien oder Schwermetalle freigesetzt und in die Erde abgegeben.  Und am Ende wollen wohl auch diese „Alpschweine“ saubere Berge.  In welcher Welt leben wir eigentlich!

Wie gerne würde ich nur einmal, einen dieser Schmutzfinke erwischen und zur Rede stellen dürfen!

Doch wie kann eigentlich dagegen angegangen werden?

  • „Du hast da was verloren!“ – In der Regel reagieren solche Leute zwar recht ungehalten, aber ein höfliches „Entschuldigung, ich glaube, du hast etwas verloren / dir ist etwas aus der Tasche gerutscht!“ ist ein Schritt, um jene Menschen etwas mehr zu sensibilisieren.
  • Bewusstseinsbildung durch Tafeln, Plakate, Werbung in den Medien.
  • Aufräumaktionen – ein sauberer Ort bleibt länger sauber.
  • Verstärkte Informationen durch die alpinen Vereine, Tourismusvereine, Alpgenossenschaften usw.
  • Entsorgungsmöglichkeiten verbessern – Mülleimer an Parkplätzen. Hilft zwar nicht beim Gipfelferkel, aber zumindest bei dem einen oder anderen entsorgungswilligen Wanderer.
  • Umwelterziehung für Kinder und Jugendliche – oft schon hat sich gezeigt, dass Kinder in Umweltfragen die besten Lehrer ihrer Eltern sind.
  • Strafen einführen – natürlich hat niemand das Personal oder die Mittel jedem Verursacher eines weggeworfenen Gegenstands nachzustellen. Dies ist jedoch gar nicht das Ziel eines Ordnungsgeldes. Ist den Verursachern erst einmal klar, dass Littering sanktioniert wird, steigt (hoffentlich) das Bewusstsein, sich sozial unerwünscht zu verhalten.

 

Meine Bitte: Nimm sämtliche Abfälle bitte wieder mit nach Hause und entsorge diese dort ordnungsgemäß. Auch Bioabfälle und Papiertaschentücher.

Wenn du (fremden) Müll in den Bergen siehst, nimm diesen mit und entsorge ihn ordnungsgemäß! Nicht, um diese Leute zu unterstützen, sondern um auch für nachfolgende Generationen die Schönheit unserer Natur zu erhalten.

 

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Dieses tolle Logo und einen entsprechenen Blogbeitrag gibt es bei:  https://gipfelfieber.com/nimms-mit/

 

 

 Die folgenden Verrottungszeiten möchte ich Euch nicht vorenthalten:

Taschentuch: 5 Jahre

Bananen- oder Orangenschale: 2-3 Jahre

Kaugummi: 5 Jahre

Zigarettenfilter: 7 Jahre

Plastik: 120 Jahre – 1000 Jahre (je nach Größe und Beschaffenheit)

Aludose: 400 – 600 Jahre

 

Jetzt hab ich mir zumindest den größten Frust von der Seele geschrieben und wenn es nur einer einzelner ist, der deswegen seinen Verhalten überdenkt, wäre dies in meinen Augen ein Erfolg!

Rebecca