Drusenfluh Überschreitung via „Imhofsattel“

Daten und Fakten:

Höhe: 2.827 M ü. M.

Gebirgsgruppe: Rätikon

Höhenmeter: ca. 1.830 hm / 23 km (hin und retour)

Strecke:  Latschau (999m)  – Lindauerhütte (1.744m)  – Öfenpass (2.291m) – Imhof Sattel (2.627m) – Drusenfluh (2.827m) – Klettersteig Blodigrinne (C/D) – Lindauerhütte (1.744m) – Latschau (999m)

Es ist Nachmittag und brütend heiß, als wir mit den MTB´s von Latschau in Richtung Lindauerhütte strampeln. Das Biken bereitet mir wenig Freude, aber das Gauertal ist lang, sehr lang.  2 1/2 Stunden zur Lindauer Hütte prophezeit der Wegweiser!

Allein der Gedanke an morgen, wenn es dann mit müden Beinen ans heraustippeln geht, lässt mich alle Mühen des Radfahrens vergessen.  Zudem lockt ein kühles Bier…

Die Lindauerhütte gleicht inzwischen eher einem Hotel denn einer Alpenvereinshütte. Damit können wir heute gut leben. Wir genießen den Luxus der ausgezeichneten Küche und verbringen eine ruhige und komfortable Nacht im 6er Lager.

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 Nach einem wunderbaren Sonnenaufgang und einem nicht minder wunderbaren Frühstück wandern wir in Richtung Öfenpass.

 Der Einstieg zu unserer Route über den Imhofsattel, befindet sich dort, wo der helle Granit keilförmig in das dunklere Gestein herunter ragt.

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Nach der ersten Steilstufe, die wir in leichter Kletterei überwinden, erreichen wir ein großes, plattiges Kar. Über dieses geht es in moderater Steigung empor.

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Wir halten uns stets leicht östlich (links) und erreichen, nach weiteren kurzen Kletterstellen, schlußendlich den Westgrat. Die Südseite der Drusenfluh ist den Kletterern vorbehalten. Die 500m hohe, mehr oder weniger senkrechte Wand, hat dem Könner sicher so einiges zu bieten.  Oder anders gesagt, wer hier runterfällt, hat morgen kein Kopfweh mehr…

Für kurze Zeit halten wir uns direkt am Grat. Einen Felszacken, der sich uns in den Weg stellt, überklettern wir linksseitig entlang eines deutlichen Risses.

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Da die Tour im Herbst als geführte AV Tour geplant ist, werden alle schwierigeren Stellen aufs genauste Begutachtet und dabei auf mögliche Sicherungspunkte überprüft.

Nach einer kurzen Querung gehts an den letzten Abschnitt, dem Aufstieg zum Gipfel. Hier machen wir einen kurzen Schwenk in die Schweiz um von hinten, über einige, teilweise recht lose Passagen aufzusteigen.

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Es gilt es noch einmal eine kurze, etwas kniffligere Kletterstelle zu bewältigen. Bei Bedarf kann aber auch hier gut gesichert werden.

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Zu guter letzt geht es noch einmal um ein Eck, bevor wir über eine schmale und recht steinschlagige Rinne (kleines Felsenfenster inklusive) direkt beim kleinen Gipfelkreuz herauskommen.

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Die Route über den Imhof Sattel ist NICHT markiert! Man benötigt guten Orientierungs- und Routensinn im felsigen Gelände.

Allerdings weisen etliche Steinmändle den rechten Weg. Wer sich im wilden, ausgesetzten 2er-Gelände wohlfühlt, wird mit eindrücklichen Felswänden und Aussichten belohnt.

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Für den Abstieg heißt es nochmal volle Konzentration. Weniger wegen der Schwierigkeit, als wegen des vielen, losen Zeugs das hier herumliegt.

Die Blodigrinne ist an allen kritischen Stellen klettersteigmässig versichert, immer wieder unterbrochen von Gehpassagen.

Am Eindrücklichsten ist wohl die senkrechte Wand am Ende der Schlucht, hier geht es über viele Eisenbügel hinunter.

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Vom Ausstieg des Klettersteigs erreichen wir in einer knappen Stunde die Lindauer Hütte, hier geben wir uns nochmals den unwiederstehlichen Verlockungen der Speisekarte hin um dann in wilder Fahrt dem Tal entgegen zu donnern…. 🙂

 Ein herzliches Dankeschön an Franz fürs zeigen, mitnehmen, fotografieren und dabeisein – die Drusenfluh Überschreitung war eine unheimlich schöne und landschaftlich eindrucksvolle Tour!