Braunarlspitze – dem Winter auf der Spur 10.12.16

Daten und Fakten:

Höhe: 2.649 ü. M.

Gebirgsgruppe: Lechquellengebirge

Höhenmeter: ca. 1.500 hm / 12 km

Strecke: Schröcken Kirche – Felle Alpe – Fürggele – Braunarlspitze – Fürggele – Felle Alpe – Schröcken

Seit Wochen haben es die Alpen mit Hochdruck zu tun. Zuerst war es das Hochdruckgebiet Uwe, jetzt sind es Wolfgang und Valentin, die das Wetter im Alpenraum bestimmen. Uuuuuwe…wenn ich den Namen nur höre. Klingt irgendwie schon brunzwarm!!

Der Winter lauert nach wie vor in Sibirien und soll irgendwann mal kommen – also irgendwann, zwischen Weihnachten und vermutlich Weihnachten. Welche Weihnachten, dass lässt sich noch nicht genau sagen…

Da bisher alles sudern und jammern den erhofften Schnee nicht zu uns brachte, machen wir uns auf die Suche. Nein, nicht nach Sibirien! Unbestätigten Gerüchten zufolge, soll er sich nämlich in der Gegend um die mächtigen Braunarlspitze aufhalten.

Langer Rede, kurzer Sinn, wir packen alles, also wirklich alles in unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg.

Geparkt wird in Schröcken, auf dem Wanderparkplatz neben dem (geschlossenen) Gasthof Mohnenfluh. Man folgt dem Güterweg in Richtung Felle Alpe. Einge Meter weiter, zweigt rechterhand der Wanderweg zum Hochgletscher ab. Das Rauschen des Fellbachs begleitet uns heute nicht, er ist gefroren. Hierher verirrt sich nämlich um diese Jahreszeit kein Sonnenstrahl, weder durch Uuuuwe noch durch Valentin und wie sie denn alle heissen!

Der Weg wird schmäler und steiler,  gegen den Talschluß werden die einzelnen Schneeflecken mehr, vereinen sich zu einem großen ganzen (jaaaaaa, das gibt es hier), dazwischen immer wieder Eis. Ein Ausrutscher endet in diesem Gelände fatal, also Steigeisen raus, und weiter gehts.

Auf dem „Hochgletscher“ einer kleinen Kuppe auf ca. 1.800m, gabelt sich der Weg. Der Jägersteig führt links hinauf zu Butzensee und Mohnenfluh, der Weimarer Steig rechts zum Fürggele, Hochberg und Braunarl. Es geht flott aufwärts, nach kurzer Zeit haben war das Fürggele 2.145m erreicht.

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Startpunkt Schröcken

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Erster Schneekontakt

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Aufstieg in Richtung Hochgletscher

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Endlich Sonne – im Aufstieg zum Fürggele

Ab hier wird der Weg wieder anspruchsvoller. Im ersten Teil liegt relativ wenig Schnee. Dann wird es schnell mehr, unter dem Harschdeckel ist es oft so griesig, dass man komplett durchsackt. Hier ist er also, der Winter!!! Jippiee…wir wühlen uns in Richtung Gipfel.

Da die Seile großteils unter Schnee versteckt liegen, sichern wir an den kritischen Stellen etwas, und erreichen ohne nennenswerte Schwierigkeiten den Gipfel. Es ist herrlich, bei diesen Verhältnissen den aussichtsreichen und tollen Gipfel der Braunarlspitze zu geniessen.

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Aufstieg vom Fürggele in Richtung Gipfel

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Die erste Steilstufe

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Zweite Steilstufe

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Nachwuchstalent Anna

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Erstmals kommt der Gipfel in Sicht

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Die Tour ist im Winter nicht zu unterschätzen, ohne das nötige Equipment und Erfahrung mit solchen Verhältnissen kann es schnell schiefgehen. Ein weiterer Faktor ist die Zeit. Wir haben bis zum Gipfel 5 1/2 Stunden benötigt und mit der Dämmerung wieder den Parkplatz erreicht.

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Richtig gemütlich ist es nicht, die Zeit drängt auch ein bisschen, wir halten rasch wieder abwärts!

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Teilweise eine eisige Gschichte

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Besonders bei den Querungen und über div. Gräben ist jetzt Vorsicht angesagt!

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Kalt, steil  aber wunderschön! Außerdem haben wir den Winter gefunden…