Östl. Valschavielberg – neue Heilbronner Hütte – Schrottenkopf 27. u. 28.11.16

Daten und Fakten:

Höhe: 2.624 ü. M.

Gebirgsgruppe: Verwallgruppe

Strecke: Kops Stausee (Zeinisjoch) – Alpe Verbella –  neue Heilbronner Hütte – Scheidsee – östl. Valschavielberg – neue Heilbronner Hütte – Schrottenkopf – brüllender See – Kops Stausee

Nachdem ich die letzten Tage alle naselang div. Webcams bemüht, sämtliche relevanten Wetterseiten besucht und Prognosen studiert habe, ist es jetzt klar. Der Nationalfeiertag eignet sich gut, um mal wieder unter der Couch Wollmäuse zu jagen und andere schönwetterfeindliche, hausfrauliche ToDo´s zu erledigen. Die Schneefallgrenze spielt bei diesem Tief noch keine allzugroße Rolle und danach, ja danach kommt ein stabiles Hoch! Sonne pur und warme Temperaturen in der Höhe.

Unser Hauptziel für das lange Wochenende ist die neue Heilbronner Hütte, bzw. dessen Winterhaus. Schön soll es dort sein. Die Gegend um das Zeinisjoch ist Neuland für uns, den einen oder anderen Gipfel wird es dabei also auch zu erkunden geben.

Vom Kopsstausee führt uns unser Weg über die Alpe Verbella in Richtung Winterjöchli und neue Heilbronner Hütte. Dieser ist gut markiert und eigentlich nicht zu verfehlen. In knapp 2 Stunden erreichen wir dann auch schon unser Ziel.

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Kops Stausee – noch hat uns der Nebel!

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Lange und flach geht es entlang der Valschavielberge dahin

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Die neue Heilbronner Hütte – schön thront sie da oben

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Ob hier früher einmal die alte Heilbronner Hütte war, konnten wir nicht klären

Nach einem Süppchen – es ist ja inzwischen Mittag – wandern wir über die südseitigen Hänge auf den östlichen Valschavielberg oder vielleicht doch auf den Stritkopf. Dies ist eine Streitfrage, 100% geklärt ist sie bis heute nicht. Der Aufstieg ist weglos, allerdings weisen teilweise rote Punkte den Weg. Vom kreuzgeschmückten Gipfel hätte man wohl eine tolle Aussicht, doch heute ziehen Nebelschwaden umher, was der Schönheit aber keinen Abbruch tut. Der Abstieg erfolgt ähnlich dem Aufstieg, nur dass wir diesmal noch die beiden Scheidseen umrunden.

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Einstimmung ins Hüttenleben

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Scheidsee mit Pateriol (links)

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Blick von dem östl. Valschavielberg auf unser morgiges Ziel, den Schrottenkopf (rechts mit Wolke)

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Östl. Valschavielberg 2.624m

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Tiefblick zur neuen Heilbronner Hütte

Zurück bei der Hütte heizen wir ordentlich ein und lassen es uns so richtig gutgehen.

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z´4e mit Cappuccino & Kuchen

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Hauptgang WuNu

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Mahlzeit! Und Prost… 😉

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Unser Domizil für heute Nacht

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Wer kennts nicht…?

Den Sonnenaufgang erwarten wir leider nicht, zu tief steht die Hütte, zu hoch sind die umliegenden Berge. Wir frühstücken, räumen ordentlich auf und machen uns auf den Weg. Ziel ist die östl. Fluhspitze. Wie es mit weglosen Gipfeln aber so ist, man kann seine Pläne ändern, ohne den Weg verlassen zu müssen. So geht die Überlegung bald in Richtung Schrottenkopf. Dieser sieht von unten viel schroffer und weißer aus, aber man könnte ja zumindest mal schauen!

Schattseitig ist die Gegend sehr karg und um diese Jahreszeit menschenleer. Gerade einmal zwei-drei einzelne Gämse tummeln sich hier. Der Schnee der hier ab gut 2500m liegt, trägt uns. Wir kommen gut voran.  Über ein felsiges Kar gehts hinauf ins anvisierte Joch. Hier stellt sich uns der Westgrat in den Weg.

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Es wird hell, die Sonne ziert sich allerdings noch etwas

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Verlassen wie vorgefunden – sauber und mit Holzvorräten für die nächsten Besucher

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Findet Andi…

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Westgrat zum Schrottenkopf – wir überqueren ihn ziemlich direkt unter der Sonne

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Er sieht überwindbar aus, also schauen wir weiter…und erreichen einen flachen Sattel. Schlußendlich gelangen wir mit etwas Kletterei, über die gut gestufte aber brüchige Südseite auf den Gipfel des Schrottenkopfs (2.890m).

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Aufstieg zum Gipfel

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Über Blockwerk gehts gut gestuft aber recht brüchig hinauf

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Am kurzen Gipfelgrat, bevor es wieder hinunter geht

Nachdem die Fluhspitze so nah erscheint, halten wir nach dem Abstieg westwärts. Wir brauchen dann aber doch weit über eine Stunde um auch nur in die Nähe zu kommen. Angesichts des langen Heimwegs lassen wir den zweiten Gipfel schlussendlich aus. Die Felsen sind im schattseitigen Abstieg teilweise mit einer Eisschicht überzogen, so zieht sich die Wegfindung zum brüllenden See etwas. Ab diesem, wunderschön gelegenen Bergsee, gehts wieder flott dahin. Querfeldein halten wir in Richtung Güterweg und auf diesem retour zum Ausgangspunkt am Kopsstausee.

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Dieser stolze Bursche kennt keine Furcht, als wir näher kommen legt er sich gemütlich nieder…

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letzter Blick zurück zum Schrottenkopf

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Der so ruhige, brüllende See

Was bleibt, ist ein wunderbares Erlebnis, mit vielen tollen Eindrücken. Eine Skitour in diese Gegend erscheint uns inzwischen auch nicht mehr so abwegig. Hier gibts nicht nur dutzende Seen, sondern auch einige schöne „Bühel“.

Allfällige Nachahmer möchte ich bitten, die Hütte (diese und natürlich auch alle anderen) pfleglich zu behandeln, die in Anspruch genommenen Leistungen ehrlich zu bezahlen und den Müll – auch die weißen Fahnen – wieder mit ins Tal zu nehmen. Es ist nicht als selbstverständlich anzusehen, dass es solche Räume gibt und es wäre schade wenn sie geschlossen werden würden.