Große Grubenjochspitze 28.8.16

Daten und Fakten:

Höhe: 2.659 ü. M.

Gebirgsgruppe: Lechquellengebirge

Höhenmeter: ca. 900 hm / 6 km

Strecke: Flexenpass (Flexahüsle) – Grubenjoch – Gr. Grubenjochspitze (oder Gr. Gruben Spitze) – Grubenjoch – Flexenpass

Auszug aus dem Rother Alpenvereinsführer Bregenzerwald- und Lechquellengebirge [alpin]: 

Dieser Interessante, doch wenig bekannte Berg stürzt nach Süden mit einer 500m hohen Steilwand ab, während die oberste Nordflanke ein kleines, malerisches Hochkar mit einem Schneefeld trägt, über dem ein paar steile Zacken stehen. Weglos, Gipfelaufbau I – II, in brüchigem Fels. Eventuell Schnee, der den Zugang jedoch eher erleichtert als erschwert, reizvolle Tour.

Ausgangspunkt zu dieser reizvollen Tour ist der Parkplatz beim Flexenpass. Von hier aus, direkt über den steilen Hang und später entlang des Güterwegs bzw. der Skipiste in Richtung Muggengrat.

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In der ersten Hochebene zweigen wir links ab. Direkt und weglos über viel Geröll und am Ende in leichter Kletterei geht es hinauf zum ersten Etappenziel, dem Grubenjoch. Dank der Lawinen – Sprenganlage ist das Joch schon von weitem gut zu erkennen und somit eigentlich kaum zu verfehlen. Markierungen oder Wegspuren sucht man hier allerdings vergebens.

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Die endlose Geröllhalde in Richtung Grubenjoch – noch sieht sie recht harmlos aus

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Finaler Aufstieg in Richtung „Waschbetonplatte“

Der letzte Aufschwung zum Grubenjoch ist etwas besonderes, denn hier muss eine Art Waschbetonplatte überwunden werden. Der Fels ist bombenfest und rauh, die Bergschuhe (zumindest Gr. 39) passen perfekt in die tief ausgewaschen Längsrillen. Ein echter Spaß sich hier hoch zu kämpfen! Die geneigte Platte könnte alternativ auch rechter Hand umklettert werden.

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Das Ganze schaut von unten recht imposant aus

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Aufstieg über die geneigte Platte

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Überlebenskünstler…

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Oben werden die Risse weniger, dafür breiter

Am Grubenjoch kommt endlich unser Gipfel in Sicht. Bevor es ernst wird, geht es aber erneut über loses Geröll bergwärts.

Nun beginnt die Suche nach einer Aufstiegsmöglichkeit. Wir halten links des Gipfels auf eine relativ gut erkennbaren Rinne zu, und erreichen links davon, mit etwas Kletterei den Grat. Es ist gut, dass hier niemand unterwegs ist, denn auch mit viel Vorsicht ist es kaum zu vermeiden, den einen oder anderen Stein loszutreten. Vom Grat queren wir nach rechts, steigen nochmals durch etwas Geröll auf, bevor die letzte Kletterstelle zum Gipfel führt.

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Unsere ungefähre Aufstiegsroute – hier ist aber schlußendlich jeder seines eigenen Glückes Schmied!

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Letzter Aufschwung zum Gipfel

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Ein schlichtes Kreuz auf diesem selten bestiegenen Gipfel, im Hintergrund die große Wildgrubenspitze

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Der Ersteller des Gipfelbuchs hat sich sichtlich Mühe gemacht. Bei den wenigen Besuchern wird es (bei sachgemäßer Verwendung) sicher noch ein paar Jahre halten.

Das Panorama ist ein Traum. Wildgrubenspitze, Flexenspitze, Wasenspitze, Rote Wand und wie sie alle heißen, liegen vor uns. Auf der anderen Seite Roggspitze, Trittkopf, Valluga oder weiter Pateriol und Kaltenberg.

Ein Gipfelbuch finden wir im Steinhaufen unter dem Gipfelkreuz, es zählt heuer bisher gerade einmal 3 Einträge.

Der Abstieg ist ident mit dem Aufstiegsweg. Entgegen unserer Befürchtung lässt sich die Geröllhalde fast in ihrer ganzen Länge recht gut „abfahren“, somit sind wir recht rasch wieder am Ausgangspunkt.

Eine herrliche Tour für Menschen, welche die Einsamkeit mögen, ewig lange Schotterhalden nicht fürchten und sich ihren Weg auch gerne einmal selber suchen. Trittsicher und Schwindelfreiheit ist hier ein Muss.