Rauher Kopf

Daten & Fakten:

Gebirgsgruppe: Silvretta

Höhenmeter: ca. 1.100 hm

Eckdaten: Bielerhöhe – Bieltal – Rauher Kopf – Bielerhöhe

Tage wie dieser…Urlaub nehmen, die Seele baumeln lassen, die Natur & das Sein genießen.

Dass wir dafür eine Ländlerundfahrt machen, ist mir eigentlich egal, in meinem Umfeld ist bekannt, dass ich gern (und) rasant unterwegs bin. Gut, hin und wieder rächt sich dies mit Post div. Bezirkshauptmannschaften, aber der Staat braucht Geld! Von dem her profitieren eigentlich alle. Irgendwie.

Mit AV-Kollege Georgi und dem Mittesser als Co-Pilot, geht die Reise in aller Herrgottsfrühe ins hinterste Montafon. Nach einem zeitbedingten Halt bei Walters Brotländele in St. Anton i.M. (ev. wieder mal ein Fall für die Schergen der Behörden), treffen wir in Partenen wie vereinbart auf Silvia und deren Mitbewohner. Eine halbe Stunde vor offiziellem Bahnbetrieb schweben wir mittels der Tafamuntbahn bereits bergwärts. Die anschließende Fahrt mit dem Tunneltaxi ist wie immer kurzweilig. Mit eingeklappten Seitenspiegeln brausen wir durch die engen Stollen in Richtung Bielerhöhe. Hier bekommt man für 28 Euro was geboten 😉

3 ½ Stunden nach dem Weckerklingeln rasten die Pins der Bindungen dann endlich ein. Nach einer kurzen Abfahrt geht’s hinein ins gut 7km lange, flache Bieltal. Die 1.100 Aufstiegshöhenmeter sind hier sehr homogen verteilt. Nach dem „großen Stein“ gewinnen wir langsam aber sicher, zumindest ein bisschen an Höhe. Erst die letzten 400hm laden dann hin und wieder zu einer Spitzkehre ein. Ich würde aber darauf wetten, dass es auch gänzlich ohne ginge…

Unser Traum von schier ewig währenden Pulverschneeabfahrten macht sich bereits im Aufstieg zunichte. Schon von weitem sind meterhohe Schneefahnen zu sehen. Der Schnee ist irgendwo, nur nicht hier. Wahrscheinlich in der Totenfeldscharte. Diese lassen wir aber tapfer links liegen. Schließlich haben wir ein Ziel und das heißt heute „Rauher Kopf“. So marschieren wir mit sehnsüchtigem Blick ins  (vom Wind unberührte) Totenfeld, dem Rauhen Kopf entgegen. Kurz vor der Scharte kommen uns bereits zwei Schitürler entgegen. Entweder sie haben es nicht so mit dem Schifahren, oder es liegt am Schnee!? Ich tendiere zu letzterem.

An der Scharte ist Skidepot, Georg und ich versuchen uns am Gipfel, aber irgendwie ist mir die Schlüsselstelle dann doch nicht ganz geheuer. So genießen wir eben nur die schöne Rundsicht auf Silvretta und Verwall.

Die Abfahrt über die weiten Rauhkopf-Gletscherhänge ins Bieltal ist wechselhaft, zumindest hin und wieder sind dann aber doch ein paar gute Schwünge dabei.

Als wir gerade überlegen, zweck Erfüllung der Pulverträume in Richtung Totenfeldscharte aufzusteigen, kommt die Polizei. An der Haagspitze gab es vor einigen Minuten einen Lawinenabgang. Wir beobachten wie vom Hubschrauber aus eine Grobsuche durchgeführt wird. Kurz darauf heißt es alles festhalten. Der Heli setzt 10 cm vor meinen Schispitzen seine Kufen in den Schnee. Was folgt, ist eine Befragung durch die Alpinpolizei, aus der wir aber bald wieder entlassen werden. So wie es aussieht, ist zum Glück niemand zu Schaden gekommen. Am großen Stein treffen wir auf die Auslöser der Lawine, sie sind etwas geschockt aber unverletzt.

Am Ende des Bieltals leisten wir uns den Schlepplift zur Bielerhöhe und im Gegenzug ein paar zusätzliche Abfahrtsmeter hinab, zur Sonnenterasse des Hotel Piz Buin.

Schön wars!