Stuttgarter Hütte und Wösterspitzen

Daten & Fakten:

Gebirgsgruppe: Lechtaler Alpen, Vallugagruppe

Höhenmeter: ca. 1.900 hm u. 16 km

Eckdaten: Zürs – Stuttgarter Hütte – Wösterspitzen – Zürs

Nach einem etwas verkürzten Arbeitstag, wandern wir von Zürs übers Pazüelmähder auf die Stuttgarter Hütte. Pünktlich zum „z´Viere“ werden wir von unserer Vorhut auf der herrlich gelegenen Sonnenterasse mit Cappuccino und Nußstollen empfangen – was will man mehr!?

Eigentlich könnte man in einer halben Stunde den nahe gelegenen Trittwangkopf erreichen. Aber irgendwie ist der Gipfeldrang heute nicht so besonders stark. Bei dem einen oder anderen Tässchen Wein lässt sich´s halt wunderbar über Gott, die Welt und die umliegenden Gipfel philosophieren.

Sobald die Sonne über der Wildgrubenspitze verschwindet, wird’s draußen ungemütlich, so dass wir uns gerne in den Winterraum zurückziehen. Heizen, Schnee schmelzen, Tisch decken. Ruck-zuck steht im Licht einiger Kerzen eine anständige Portion Wurstnudeln auf dem Tisch. Hüttenfeeling pur.

Während in der Früh vom fensterseitigen Teil des Lagers vereinzelt Klagen über (bis jetzt unbestätigte) Frostbeulen kommen, hatten wir es, nicht zuletzt dank einer genialen Bettflaschen-Erfindung, in den hinteren Gemächern kuschelig warm. Da der Schlafraum durch den Eingangsbereich von der „guten Stube“ getrennt liegt und somit keine Wärme vom Ofen abbekommt, kann es nachts schon recht frisch werden.

Nachdem alle morgendlichen Aktivitäten abgeschlossen, der Winterraum ordentlich aufgeräumt und geputzt ist, machen wir uns langsam startklar. Die Zahlungsmodalitäten werden hier übrigens per Überweisung geregelt. Finde ich gut! Damit gibt man etwaigen Langfingern keine Chance.

Die Aufstiegshöhenmeter halten sich heute in Grenzen, dafür gibt’s einiges an Strecke zu vernichten. Mit den veranschlagten 6 Stunden liegen wir am Ende goldrichtig.

Wir halten nordwestlich in Richtung Rauhekopfscharte, der Grenze zwischen Tirol und Vorarlberg. Ein paar Höhenmeter gehen wieder verloren, bevor wir uns an den Aufstieg zur südlichen Wösterspitze machen. Der Anstieg ist unschwierig, der Grat zwischen südlicher und mittlerer Wösterspitze ist aber doch etwas ausgesetzt und erfordert gerade bei Schnee ein gewisses Maß an Vorsicht. Aber diese schadet in den Bergen ja nie.

Der Rundblick und auch die Fernsicht am Gipfel ist nicht von schlechten Eltern – die ganzen Klassiker des hinteren Bregenzerwaldes, des Lechtals und des Arlbergs liegen zum Greifen nah.

Für den Rückweg nach Zürs halten wir in Richtung Rüfikopf Bergstation. In der Ferne, auf der Rauhekopfscharte machen wir einen einzelnen Menschen aus – trotz des herrlichen Wetters den ersten für heute. Gemütlich stapfen wir durchs „Ochsengümple“ talwärts. Wo die Sonne nicht hinzulangen vermag, liegt schon einiges an Schnee. Wohl an die 30cm. Die Schitourensaison lässt hier bereits grüßen.

Noch ein kurzer Aufschwung, dann erreichen wir mit der Sonne ein lässiges Plätzle, welches geradezu zum verweilen einlädt. Bei einem letzten Fläschchen Wein genießen wir ausgiebig das Sein, bevor es zügig hinunter nach Zürs geht.

Ein Winterlagerwochenende geht zu Ende. Schön einfach & einfach schön… 🙂