Hochalptal – Hohes Licht

Daten & Fakten:

Höhe: 2.651m ü. M.

Gebirgsgruppe: Lechtaler / BEV-Karte 2219-Ost, Riezlern 1:25.000

Höhenmeter: ca. 1.450 u. 14 km

Eckdaten: Lechtalbundesstrasse (B198) – Hochalptal – Hohes Licht  und retour

Ich liebe den Herbst! Langsam kehrt Ruhe ein – die Natur stellt sich mit einem prächtigen Farbenspiel auf den bevorstehenden Winter um. Der Herbst ist aber auch eine Zeit, um sich Gedanken über die kommende Schitourensaison zu machen. Für mich ein guter Grund, einmal das Hochalptal im Tiroler Lechtal zu erforschen.

Geparkt wird direkt an der Lechtalbundesstrasse, kurz vor Steeg. Wir studieren den Wegweiser. Der Weg 432 führt in 5 1/2 Stunden auf das hohe Licht bzw. zur Rappenseehütte. Na Servas Gschicht  – 5 1/2 Stunden!? Er schaut mich etwas grimmig an, sie scheint kurz irgendwie sprachlos, ich bin ob dieser Zeitangabe doch auch etwas erstaunt.

Jetzt schau ma halt mal…

Zuerst auf der alten Lechtalstrasse, dann durch ein steiles Waldstück und zwei kleine Tobel gehts hinein ins Hochalptal. An Markierungen (432) fehlt es hier nicht, und ist man erst im Tal, kann man sich eh kaum noch verlaufen. Entlang des Bachbetts halten wir in Richtung Talschluss und erreichen nach 3 Stunden die Abzweigung in Richtung Rappenseehütte.

Soweit, so gut – eine weitere Stunde ist für das Hohe Licht angegeben. Wir kümmern uns erst einmal um das leibliche Wohl und begutachten dabei die weitere Route. Schaut irgendwie recht winterlich aus. Mir kommt kurz mein Pickel in den Sinn, aber halt – der liegt ja zwecks Schönerhaltung im Kofferraum.

Von der Rappenseehütte her tauchen – im Schweinsgalopp – einige Bergläufer auf. Enge, kurze Höschen, dazu ein Hauch von einem Rucksack (Ersatzunterhose!? 😉 ) und natürlich in Turnschuhen.

So nicht!! Wir packen zusammen (die restlichen Landjäger und den Wein und den Apfelkuchen in den großen Rucksack) und nehmen die Verfolgung auf. Es wird eisig und wir können den Abstand bald wieder verringern, allerdings biegen die Herren allesamt in Richtung Heilbronner Höhenweg ab. Irgendwie schade.

Eine einzelne Dame murmelt etwas von Risikofreude wenn man heute zum Gipfel wolle. Ein Paar, das uns weiter oben entgegen kommt, sieht es etwas anders. Noch eine Querung, dann sei man eh bald auf dem Südwestgrat und der Gipfel somit so gut wie geschafft. Passt!

Leider stehen wir inzwischen im Nebel, nur hin und wieder blinzelt kurz die Sonne durch. Der Blick auf die umliegenden Berge bleibt uns verwehrt. Dafür werden wir wohl wieder kommen müssen – der Südwestgrat schaut auch nett aus und da war doch noch was mit Schitour und so…

Im Abstieg ist der Schnee bereits um einiges weicher und das Eis großteils getaut. Die großzügige Schleife in Richtung Rappenseehütte schenken wir uns, sausen stattdessen über eine Schotterhalde hinab und so stehen wir nach insgesamt 7 Stunden Gehzeit wieder beim Auto.

Schön wars 🙂