Biberkopf – Rappenseehütte – Lechleiten 11.07.15

Daten & Fakten:
Höhe: 2.599 ü. M.

Gebirgsgruppe: Allgäuer Alpen

Höhenmeter: ca. 1.370hm / 14,30 km

Eckdaten: Lechleiten – Biberkopf – Rappenkopf – Rappenseehütte – Mutzentobel – Lechleiten

Ausgehend von der kleinen Tiroler Siedlung Lechleiten (Gemeinde Steeg) geht es erst durch Wiesenhänge und später durch Latschen bergauf. Startet man früh, so kann fast die gesamte Tour im Schatten zurückgelegt werden, später dürfte die Sonne besonders im Latschengürtel kräftig einheizen.

Nach einer etwas flacheren Passage geht’s in einigen steilen Serpentinen hinauf, zum grasbewachsenen Rücken. Der markante Felskopf wird rechter Hand umrundet. Wenig später erreicht man einen gebänderten Grat. Erst etwas unterhalb der Gratschneide und wenig später über einen kurzen Verbindungsgrat, erreicht man den eigentlichen Gipfelaufbau.

Durch eine große, kaminartige Rinne geht es auf den schönen Aussichtsgipfel. Für mich stellt dies der schönste Teil der Tour dar.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast steigen wir die Gipfelrinne wieder ab und nehmen den Abzweig in Richtung Rappenseehütte. Der Weg führt uns teilweise etwas unangenehm, durch viel loses Geröll und einige kurze Altschneefelder in die Flanke hinunter. Noch ein kurzer Gegenanstieg, dann stehen wir am Fuß des Hochrappenkopfes (2.424 m). Der Gipfel wäre wohl in einer 1/4 Stunde erreichbar. Düstere Wolken lassen uns aber lieber zügig dem Weg in Richtung Rappenseehütte folgen. Es tröpfelt bereits, als der Wegweiser noch 1,5 Stunden bis zur Hütte anzeigt…

Schlussendlich hält das Wetter aber doch, was die Prognosen uns versprochen haben. Noch bevor wir die Hütte erreichen, ist der ganze Spuk vorbei, die dunkeln Wolken sind verschwunden und die Sonne lacht wieder vom fast wolkenlosen Himmel.

Der weitere Abstieg zur Rappenseehütte ist kurzweilig. Er führt zunächst über Altschneefelder, dann am wunderschönen, wollgrasgesäumten Rappensee vorbei. Eine Aussicht wie aus dem Werbeprospekt.

Die Rappenseehütte ist mit über 300 Schlafplätzen eine der größten ihrer Art, dementsprechend Trubel herrscht rund um die Hütte und auch auf den Zustiegswegen. Nach einem Getränk suchen wir gerne wieder das Weite – wir kommen sicher wieder, allerdings zu einer Zeit in der hier Ruhe eingekehrt ist.

Auf breiten Alpwegen geht’s weiter in Richtung Mutzentobel. Ich bin gespannt was kommt – ein Bericht spricht von einem „halben-hintern-breiten Weg“. Tatsächlich führt ein schmaler Pfad in eine tiefe Schlucht die wohl ständig mit der Erosion zu kämpfen hat. Klar ist jedenfalls, dass auf diesem Weg an einen Zustieg im Winter eher nicht zu denken ist.

Bald haben wir das wildromantische Mutzentobel hinter uns gelassen. Unter den Schrofen des Biberkopfs  gelangen wir auf die Weideflächen der zusehends verfallenden Lechleitner Alpen – hier verhindert wohl die fehlende Zufahrt eine Instandhaltung. Schade darum.

Nach insgesamt 6,5 Stunden Gehzeit erreichen wir unseren Ausgangspunkt in Lechleiten. Für einen gemütlichen Abschluss, kann das nahgelegene Holzgauer Haus sehr empfohlen werden.