„Umgang“ am Schadonapass

Der „Umgang“, wie die Fronleichnamsprozession von der Ortsbevölkerung oft bezeichnet wird, wird lt. Googelina seit dem 12. Jahrhundert zelebriert. Ich liebe kirchliche Feiertage – besonders da sie uns oft ein verlängertes Wochenende bescheren! Wir gehen heuer (wie so oft) in dem Bergen um…

Vom Parkplatz in Schröcken-Landsteg geht es schwer beladen auf dem Alpweg hinauf zur Biberacherhütte. Wir richten uns im Winterraum häuslich ein, bald darauf starten wir mit stark reduziertem Gewicht in Richtung Hochkünzel. Von unserem eigentlichen Plan, hier zu Figln, müssen wir uns wohl verabschieden. Die Schneelage ist spärlich. Nun sind sie aber da, also kommen sie auch mit auf den Gipfel! Zudem brenne ich drauf, die neue Bindung zu testen…

Kurz vor Mittag erreichen wir den Gipfel. Nach einer kurzen Rast und dem obligatorischen Gipfelfoto geht’s wieder in Richtung Biberacher. Etwas unterhalb des felsigen Gipfelaufbaus ist es soweit. Schnee!! Die fahrbare Strecke ist zwar nicht allzu lang, Spaß macht´s aber allemal und die Bindung hält was sie verspricht.

Im Ofen brennt bald ein munteres Feuerchen, s´„Zmittag“ wird im Garten serviert. Zur Nachmittagsunterhaltung wechseln wir in den nahe gelegenen Klettergarten. Dieser ist bestens gebohrt und bietet Routen in allen Schwierigkeitsgraden.

Nachdem am späten Nachmittag die erwartete Verstärkung aus dem Vorderwald eingetroffen ist, wird groß aufgekocht, wir genießen das Hüttenleben bis der (etwas knapp bemessene) Rotwein alle ist…

Kurz vor 5 fängt´s im Lager an zu rumoren. Während Andi bald darauf raschen Schrittes ins Tal zur Arbeit eilt, zieht es uns aufs Schadona Rothorn. Über den steilen & weglosen NW-Grat steigen wir in einer knappen Stunde auf den Gipfel. Fernab jeglicher Menschenmaßen, die sich im Sommer im Gebiet der Biberacher Hütte gegenseitig auf die Zehen steigen, dürfen wir unser Frühstück genießen und freuen uns, an diesem perfekten Morgen hier sein zu dürfen.

Nach einer ausgiebigen Frühstückspause machen wir uns an den Rückweg. Der Normalweg ist einfach und führt uns über schön geneigte Grashänge und einen kurzen Grat hinunter zum Verbindungsweg in Richtung Fürggele.

Problemlos erreichen wir die Hütte. Inzwischen ist auch der Wirt eingetroffen, er bereitet dieser Tage alles für die baldige Ankunft der Sommergäste vor. Mit einem Mal wird’s laut, ein Helikopter zieht geradewegs vom Walsertal herein und setzt neben der Hütte zur Landung an. Die nächste Baustelle ist noch nicht bereit, bleibt Zeit für einen kurzen Kaffeeplausch. Wündrig wie wir sind, sitzen wir bald alle gemeinsam auf der Terrasse…

Silvia, Dietmar und Verena ziehts heimwärts. Während wir uns am Giglturm an der „Giglhupfkante“ versuchen, erklimmen sie die Künzel und steigen danach übers Schalzbach ab. Meine erste selbständige Mehrseillängentour ist zwar sicher eine der einfacheren, trotzdem platze ich fast vor Stolz als wir am Gipfel stehen.

Gegen Abend erscheint Andi mit neuer Verpflegung. Es ist wie im Urlaub! Neue Mitbewohner sind auch eingetrudelt. Heute ist es ein junges, sympathisches Paar aus Neu-Ulm, mit dem wir nicht nur die Spaghetti sondern auch die Bergleidenschaft teilen.

Leider ist am nächsten Morgen das Wetter nicht ganz so schön wie erhofft. Also doch erstmal gemütlich frühstücken und dann nochmal schauen. Inzwischen ist es kurz vor 6 Uhr und das Wetter hat sich gebessert. Über den Hochscherenweg führt unser Weg zur Alpe Obere-Ischkarnei und später hinauf zum Töbelejoch. Steigspuren führen weiter in Richtung Töbelealpe und Bergkristallhütte. Wir steigen zwischen dem Hörnle und dem Ruchwannenkopf in Richtung Schalzbach ab. Hier ist etwas Vorsicht geboten. Das Schneefeld (Schitourenroute) ist steil und noch relativ hart. Einmal in Fahrt gekommen, ist das Bremsen schwierig und die Figl sind leider schon im Tal.

Alles in allem aber kein Problem. Noch bevor es richtig heiß wird, erreichen wir nach 5 Stunden Gehzeit die Bundesstrasse und bald darauf, per Anhalter unseren Ausgangspunkt in Landsteg.

Super wars… 🙂