Der Lügenbaron als Bergretter

Unser Ziel ist es, zumindest einfache Hochtouren selbstständig durchführen zu können. Dazu sollte man (unter anderem) wissen, wie man sich selbstständig aus einer Spalte befreit bzw. die Kameradenbergung organisiert und durchführt.

Mein letzter Kurs in dieser Richtung liegt 5 Jahre zurück und ich muss gestehen, ich habe inzwischen vieles davon wieder vergessen!

Für die Spaltenbergung braucht man eigentlich keinen Gletscher, so treffen wir uns mit Lukas in Zürs. Er ist staatlich geprüfter Bergführer und begleitete uns schon öfters. Er weiß also ziemlich genau, was wir können oder eben auch nicht…

Nach der Sichtung des vorhandenen Materials, geht’s an die Auffrischung der wichtigsten Knoten, Bestimmung der richtigen Seillänge für die verschiedenen Seilschaften und schlussendlich an die praktische Übung der Prusik- und Münchhausentechnik.

Nachdem das Trockentraining zu Lukas´s Zufriedenheit ausgefallen ist, ist nun die Umsetzung auf Schnee und Eis gefragt. An einer prächtigen Schneewechte üben wir zuerst gemeinsam den Mannschaftszug, dann in zwei 2er Seilschaften die Spaltenbergung mit der losen Rolle.

Ich bin überzeugt, ich werde künftig am Gletscher mehr auf ein gespanntes Seil achten. Sogar Verena, die ziemlich genau in meiner Gewichtsklasse liegt, braucht meine gesamte Kraft um sie alleine zu halten und dann wieder heraufzuziehen. Das zweite Mal geht’s zwar schon etwas besser, aber es ist trotzdem „Hundeschträng“. Zumindest die Abläufe sind diesmal aber schon klarer und können damit etwas optimiert werden.

An einer anderen, diesmal überhängenden Wechte üben wir die Selbstrettung. Die Münchhausentechnik fordert nochmal alles und so marschieren wir nach fast 10 Stunden mit viel neuem bzw. wieder zu Tage gefördertem Wissen zurück nach Zürs.

Der Kurs, den wir privat organisiert haben, war äußerst interessant und ist jedem, der sich für Gletschertouren interessiert, wärmstens zu empfehlen!