Misthaufen 04.10.14

Daten & Fakten:
Höhe: 2.436 m ü. M.
Distanz: ca. 20 km / 1.600 Hm
Lechquellengebirge

Wegpunkte: Bad Rotenbrunnen, Gadenalpe, Matonaalpe, Gadnergschröf, Misthaufen, Disnergschröf, Mutterwangjoch, Disnerbergalpe, Gadenalpe, Bad Rotenbrunnen

Die Kastenform des Berges, mit seinen steilen Abbrüchen und der leicht schrägen Gipfelfläche, führte zu dem ungewöhnlichen Namen.

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Nach Süden stürzen hohe und wild zerklüftete Felsmauern ab, nach Norden gibt es einen Durchschlupf, der in einfacher Kletterei zum Gipfel führt. Der Berg ist abgelegen, das Gebiet durch keinerlei Zustiegshilfen erschlossen.

Wir, genauer gesagt 8 Mitglieder des Vorderwälder Alpenvereins, fahren heute in den hintersten Winkel des großen Walsertals, nämlich nach Buchboden.

Unsere Wanderung beginnt am Parkplatz, ca. 15 min. unterhalb des Gasthofs Bad Rotenbrunnen. Das historische Kurhaus versteckt sich idyllisch am Eingang des Gadentales, welches in seiner Gesamtheit als „Kernzone Biosphärenpark Großes Walsertal“ ausgewiesen ist.

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Von dort aus steigen wir auf einem Wanderweg hinauf, bis zur Brücke unterhalb der Gadenalpe.
Hier zweigen wir nach rechts in Richtung Wangjoch ab.

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Ab der – wunderschön gelegenen – Matonaalpe ist es dann vorbei mit dem Weg. Querfeldein streben wir der Westseite des Misthaufens entgegen, und durchqueren dabei das stark verkarstete Gadnergschröf.

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Unter dem Gipfel angekommen, gelangen wir nach kurzer Sucherei über ein Geröllfeld zur niedrigsten Felsstufe. Hier weisen ein paar Steinmännchen und vereinzelte (alte) weiße Punkte den Weg zum Gipfel. In leichter Kletterei (I -II) geht es durch ein Kamin nach oben.

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Wir erreichen ein kleines Plateau bevor sich der Westgrat vor uns aufbaut.

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Teils auf Geröll, teils in 1-er-Kletterei wird dieser überwunden. Danach geht’s unschwierig zum Gipfel.

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Nach ca. 4,5 Stunden erreichen wir das ausgedehnte, fast fußballfeldgroße Gipfelplateau, wobei das Kreuz nicht unbedingt der höchste Punkt ist.

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Die Rote Wand scheint zum Greifen nah – gut kann man die Bergsteiger auf dem Grat erkennen. Südseitig fällt der Felsen geschätzte 500 Hm senkrecht ins Klesenzatal ab.

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Nach einer ausgiebigen Rast mit Gipfelwein, Honigmet, feinen Wildwürsten und anderen Leckereien, vielen Ah- und Oh´s und noch mehr Fotos geht’s wieder hinunter – hier treffen wir noch auf ein Paar aus Thüringen. Es ist vermutlich eher selten, dass der Misthaufen an einem Tag gleich von 10 Personen besucht wird. Gipfelbuch ist leider keines vorhanden!

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Wir queren wieder weglos das Disnergschröf in Richtung Mutterwangjoch. Kurz davor schwenken wir hinab zur Disnerbergalpe.

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Von hier sind es nochmal ca. 1,5 Stunden zur Gadenalpe und in weiterer Folge zum Bad Rotenbrunnen wo wir die Tour gemütlich ausklingen lassen und von der Wirtin für die erfolgreiche Besteigung mit einem Schnäpsle belohnt werden.

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Fazit: Eine wunderbare aber lange Tour in einer wilden und naturbelassenen Gegend. Orientierungssinn und gute Sicht sind dabei unerlässlich! Ab der Matonaalpe bzw. Mutterwangjoch sind keinerlei Markierungen vorhanden und bis auf den Gipfel sind auch keine erkennbaren Wegspuren vorhanden.

Schön wars… 

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