Schihochtourentage Branca Hütte 9. bis 12.4.14

Eigentlich ließen sich die Schi-Hochtourentage mit dem Vorderwälder Alpenverein mit einem einzigen Wort, nämlich…SUPER…beschreiben, ein bisschen mehr will ich nun aber doch noch davon berichten.

In 2 Büssle aufgeteilt, ging es bei wunderbarem Wetter über den Julierpass – St. Moritz und den Berninapass nach Santa Caterina Valfurva (südliche Ortlergruppe) in der Nähe von Bormio.
Hier wartete schon der von Franz organisierte Gepäckstransport zur Cesare Branca Hütte (2.493m) auf uns. Derart erleichtert ging es unbeschwert die 300 Hm hinauf zu unserer Unterkunft.

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Ruck-Zuck waren die Zimmer verteilt, die Hüttenterrasse fest in Vorderwälder Hand und der erste Durst gelöscht.

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Nach einem kurzen Mittagessen ging es weiter. Die einen entschieden sich für den Hüttengipfel Cima Branca (3.100m) während die ganz fleißigen noch die insgesamt 1.400 Hm auf den Monte Pasquale (3.553m)
in Angriff nahmen.

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Gemeinsam ließen wir den Abend bei einem guten Abendessen und einigen Gläschen Wein ausklingen.

Am zweiten Tag nahmen wir gleich den markantesten Gipfel, den 3.678m hohen Punta san Matteo in Angriff. Nach einer kurzen Abfahrt ging es über den weitläufigen Forni-Gletscher hinauf. Harscheisen und die winddichten Klamotten leisteten heute einen guten Dienst. Die Gipfelrast fiel nach dem etwa 4 stündigen Aufstieg, Aufgrund des Nordföhns der in dieser Höhe sehr frisch sein kann, dann eher kurz aus.

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Auf die obligatorischen Gipfelbussis und ein paar Gipfelfotos wurde aber natürlich trotzdem nicht verzichtet. Danach ging es rasch wieder hinunter. Der Schnee war recht passabel, und so ließen wir es krachen, bis Werner das Zeichen zur inzwischen wohlverdienten Pause gab.

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In windgeschützter Lage schmeckten die Jausenbrote, Landjäger und der von Ernst hinauf (und fast wieder hinunter) getragene Gipfelwein dann umso besser!

Obwohl uns die Sonne an diesem Tag etwas im Stich ließ und sich lieber auf der anderen Talseite zeigte, eine sehr schöne und imposante Tour.

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Am Freitag war die Sonne dann wieder mit uns – pünktlich um 8 Uhr ging es auf dem Hüttenzustieg ca. 50 Hm hinab, wo dann gleich die Harscheisen montiert wurden. In einer langen Querung stiegen wir über den deutlich sichtbaren Moränenrücken in Richtung des Palón de la Mare (3.703m).

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Die beiden Steilrinnen, die am Vortag vom Forni Gletscher aus, so steil und fast unüberwindbar aussahen, waren nun halb so wild.

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In einigen Spitzkehren ging es über die rechte Rinne hinauf. Hier erwartete uns schon Gebl, der mit seinen Siebenmeilenschritten die andere Rinne nahm und sich schon lange vor uns einen Platz an der Sonne gesichert hatte. Es war so wunderbar warm und die Aussicht so herrlich, dass wir gerne eine etwas längere Pause einlegten.

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Der weitere Aufstieg ging über ein lang gezogenes Gletscherbecken dort in einem weiten Bogen zum Gipfelaufbau und über einen kurzen Rücken zum Gipfel des Palón de la Mare.

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Fein warm war es diesmal, so ließen wir uns Zeit – genossen die tolle Aussicht und das schöne Wetter. Georg zeigte den jungen Italienern noch, wie ein Wälder einen „körigen“ Kopfstand stemmt und dann gings unter den Gletscherbrüchen querend, hinab in den Kessel unterhalb des M. Cevedale.

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Diese Abfahrtsvariante stellte für so manchen eine kleine Herausforderung dar, wurde aber schlussendlich von allen bravourös gemeistert!
Nachdem Werner noch ein paar schöne Berglieder auf seiner Mundharmonika für uns gespielt hatte (der Gesang fiel eher dünn aus), gings zur Nachbesprechung auf die sonnige Hüttenterrasse.

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Die Abende vergingen immer wie im Fluge, das ein oder andere Fläschchen wurde dabei geleert, es wurde viel gelacht und bewegende Themen wie der „Edelrammler“, die Verbreitung von Kuckuckseiern und die richtige Einnahme von Schlaftabletten (…K***H**** schlauf mr jo net in, bevor d´Tabletta net wirkt) behandelt.

Am Samstag wollten wir uns wegen der weiten Heimfahrt und der schweren Rucksäcke nicht mehr allzu viel vornehmen so stiegen wir gut 2 Stunden in Richtung Pizzo Tresero auf.

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Natürlich hatten Franz und Werner als Abfahrtsvariante schon eine schöne Rinne gesichtet und so erreichten wir, in zum Schluss noch gut zu fahrendem Firn, den Parkplatz und damit das Ende unserer Tourentage.

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Resümee: Vier wunderschöne und unfallfreie Tage mit einer tollen und unkomplizierten Truppe. Das Tourengebiet ist herrlich und das Wetter hat auch prima gepasst.
Das Refugio – super – das Essen reichhaltig und ausgezeichnet. Der Wein rot & süffig – was will man mehr??

Ich möchte mich im Namen aller Teilnehmer/Innen bei unseren „Berggöttern“ Franz und Werner sowie den „Büssle-Piloten“ Sandy, Ernst und Erich bedanken!

Schön wars…:)

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